Insgesamt bewerten derzeit 47 Prozent der befragten Unternehmen ihre Geschäftslage mit gut, 37 Prozent mit befriedigend und 16 Prozent mit schlecht. Gut laufen die Geschäfte vor allem in der Medizintechnik, der Elektroindustrie, im Maschinenbau, bei den Herstellern von Metallerzeugnissen und im Metallbau sowie in der keramischen Industrie und im Ernährungsgewerbe. Überwiegend befriedigend ist die Lage in der Gummi- und Kunststoffindustrie und auf dem Bau. Die schwierige Lage der Stahlindustrie dauert trotz zuletzt anziehender Geschäfte weiterhin an. Ursächlich dafür sind die teilweise drastisch gestiegenen Preisen für Rohstoffe und CO2-Zertifikate. In der Automobilwirtschaft wechseln sich Licht und Schatten weiter ab: einige Unternehmen profitieren von steigender Nachfrage nach ihren Produkten, andere leiden unverändert unter Angebotsengpässen bei elektronischen Bauteilen.
Im Dienstleistungsgewerbe berichten knapp vier Fünftel der befragten Unternehmen über gute oder befriedigende Geschäfte. Gute Geschäfte vermelden unternehmensnahe Dienstleister wie die IT-Wirtschaft sowie die Zeitarbeit. Nicht mehr ganz so gut wie noch zuletzt läuft es in der Logistikbranche. Bei den Banken und Versicherungen ist die Lage weiterhin überwiegend befriedigend. Nach wie vor kritisch bleibt die Geschäftslage in Teilen des Handels, in der Hotellerie und in der Gastronomie. „Sofort- und Überbrückungshilfen sind wirkungsvolle Instrumente in der Krise. Den Weg aus der Krise meistern die Unternehmen aber nur mit eigner Wirtschaftskraft. Diese gilt es nun deutlich zu stärken“, so Thomé.
Zusätzliche Klimaschutzlasten gefährden den Aufschwung
Der Aufschwung an der Saar dürfte in den kommenden sechs Monaten etwas an Fahrt verlieren. Noch erwarten 20 Prozent der Unternehmen bessere, 71 Prozent gleichbleibende und nur neun Prozent schlechtere Geschäfte. Damit zeigt sich aber wieder etwas mehr Zurückhaltung bei der Einschätzung der Zukunftsaussichten als noch im Vormonat. Mehr Besser- als Schlechtermeldungen kommen aus der IT-Branche, von den Versicherungen und der Medizintechnik, der Stahlindustrie sowie aus dem Hotel- und Gastgewerbe. In Teilen des Fahrzeugbaus und bei den Gießereien herrscht dagegen weiter Skepsis vor. „Steigende Preise und zunehmende Knappheiten bei Rohstoffen werden den Aufschwung in der Industrie dämpfen. Dies wird letztlich auf die gesamte Wirtschaft ausstrahlen – besonders im Saarland. Die Politik hat der Wirtschaft deshalb mit der vorschnellen Verschärfung der Klimaschutzziele einen Bärendienst erwiesen. Besser wäre es gewesen, den vom Bundesverfassungsgericht gesetzten Zeitrahmen voll auszuschöpfen, um den Erholungsprozess nicht zu gefährden. Denn die Unternehmen können in dieser Phase des Aufschwungs keine zusätzlichen Lasten tragen. Sie brauchen im Gegenteil deutlichen Entlastungen, insbesondere bei den ohnehin schon zu hohen Energiekosten“, so Thomé.
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