Die Veranstaltung ist zugleich die Finissage der aktuellen Sonderausstellung „Bruchstücke ’45 – Von NS-Gewalt, Befreiungen und Umbrüchen im Jahr 1945“, die von der Transformation der Nauener Vorstadt von einem adlig-bürgerlichen Stadtviertel zur sowjetischen Geheimdienstzentrale mit Untersuchungsgefängnis im Jahr 1945 erzählt. Im Vorfeld der Lesung bietet die Gedenkstätte um 17.30 Uhr allen Interessierten eine kostenfreie Kuratorenführung durch die Sonderausstellung an.
Die sowjetische Spionageabwehr verhaftete Waldemar Hoeffding (1886–1979) am 27. April 1945 bei der Einnahme Berlins und inhaftierte ihn ab dem 31. Dezember 1945 im Gefängnis in der Leistikowstraße 1. Er wurde als „Vaterlandsverräter“ der Spionage verdächtigt, jedoch nie angeklagt. Hoeffding war als Sohn dänischer Eltern in Russland aufgewachsen. Während der Revolution hatte er aufseiten der „Weißen“ gekämpft, später war er über Umwege nach Deutschland gekommen. Nach einem einjährigen Aufenthalt im Zuchthaus Brandenburg-Görden saß er seit Juni 1947 als privilegierter Sonderhäftling in einem Einfamilienhaus wiederum im „Militärstädtchen Nr. 7“ in Potsdam. Im September 1948 gelang ihm die Flucht. Von ihm stammt der früheste bisher bekannte Erinnerungsbericht, den er im Februar 1949 in der Neuen Zürcher Zeitung veröffentlichte.
Für die Lesung konnte die Gedenkstätte den Schauspieler Falk Rockstroh gewinnen. Er ist seit vielen Jahren eine feste Größe in zahlreichen deutschen Kino- und Fernsehproduktionen. Regelmäßig ist der 64-Jährige in Kriminalreihen wie „Tatort“ und „Polizeiruf 110“ zu sehen. In der Erfolgsserie „Babylon Berlin“ spielte er die Rolle des Richters Studnitz. Ebenso übernahm Rockstroh vielfach Rollen in Kinofilmen, so zuletzt 2019 im Politthriller „Der Fall Collini“.
Die Teilnahme an der Lesung ist kostenfrei. Um eine Anmeldung per Mail an mail@leistikowstrasse-sbg.de oder telefonisch unter 0331-2011540 wird gebeten.
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